ROCKGESCHICHTEN | 1957 |  

 

 

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Bill Haley

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Das ruhmreiche Jahr des Rock'n'Roll

    

NACHRICHTEN AUS ALLER WELT

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Am 1. Januar 1957 wird das Saarland der Bundesrepublik angegliedert.

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Bundestagswahl bringt absoluter Mehrheit für CDU/CSU

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Willy Brandt wird zum regierenden Bürgermeister von Westberlin gewählt.

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Schwere Unruhen in den USA nach Einführung der Rassengleichheit in den Schulen.

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Viermonatiger Streik bingt Metallarbeitern Lohnfortzahlung in Krankheitsfall un mehr Urlaub (maximal 18 Tage).

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Der Schauspieler Humphrey Bogart stirbt im Alter von 57 Jahren an Kehlkopfkrebs

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Die Sowjetunion startet am 4.Oktober mit Sputnik I den ersten künstlichen Satelliten, einen Monat später folgt -Sputnik II - mit einer Hündin an Bord.

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In New York wird das Musical "West Side Story" von Leonard Bernstein aufgeführt

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Dies war für den Rock'n'Roll das Jahr, in dem sich der ungezähmte neue Stil durchsetzen konnte. Die vorangegangenen zwölf Monate waren für die meisten Rock'n'Roll-Musiker schwierig gewesen: Wer in der feindseligen Popmusikindustrie Fuß fassen wollte, hatte schwer zu kämpfen. Aber dann kam Elvis Presley mit Songs, die die musikalischen Traditionen des weißen und des schwarzen Amerika vereinten, und mit Auftritten, die seine jungen Fans völlig aus dem Häuschen brachte. Sein beispielloser Erfolg öffnete dem Rock'n'Roll nicht nur Tore, er riß geradezu ein Loch in die glatte Fassade der Popmusik - ein Loch, das nie wieder geschlossen werden sollte und das neuen Musikern aller Schattierungen als Einstieg diente: Musikern, die auf ihren Klavieren herumhämmerten, die ihre Gitarren herumschleuderten und die gellende Schreie ausstießen.

Sie alle waren es, die 1957 zu einem ruhmreichen Jahr des Rock'n'Roll werden ließen. Tourneen quer durch die USA mit Starbesetzungen sorgten dafür, das unter den 30 amerikanischen Top-Platten des Jahres 1957 nicht weniger als 18 Rock'n'Roll-Aufnahmen waren. Und durch die Auslandstourneen von Bill Haley, Little Richard, Frankie Lymon, Buddy Holly und anderen erreichte der Big Beat schon sehr bald Europa.

Elvis Presley kommt seinen Fans überlebensgroß: gleich zwei Elvis-Filme flimmern 1957 über die Kinoleinwände. Loving You, gespickt mit jeder Menge neuer Songs und Jailhouse Rock, in dem der Sängerkönig sogar schauspielernd zu gefallen weiß. Auch mit der Platte sahnt der "King" weiter ab.

Ein neuer Trend ist angesagt: Teenies singen für Teenies. Aus Hollywood kommt der 17jährige Rick Nelson (Hello Mary Lou), der in der TV-Serie seiner Eltern erstmals als Sänger auftritt, aus Kanada der erst 17 Jahre alte Paul Anka (Diana) und aus Nashville die Gebrüder Don (20) und Phil (18) Everly, die in diesem Jahr mit Bye Bye Love und Wake Up Little Susie gleich zweimal ganz vorne stehen. Sie schufen einen Vokalstil, der in den dreißiger und vierziger Jahren "en vogue" war und sich auf Harmoniereichtum gründet: eine Lektion, die wenige Zeit später auch die Beach Boys und die Beatles lernen sollten.
Im krassen Gegensatz zu den noch grünen Softies präsentiert sich der "Killer": Jerry Lee Lewis schockiert mit Whole Lotta Shakin' Goin' On die braven Eltern und avanciert mit seinem Hit zum neuen Wilden Mann des Rock'n'Roll.

Und auch dafür ist die USA in 1957 gut: Denkwürdig - die Firma RCA präsentiert die Stereo-Schallplatte. Merkwürdig - Rocker Little Richard, der ehemals skandalträchtigste von allen, dem Mann, dem die Philosophie des Rock in dem unsterblichen Satz zusammenzufassen wußte: "A-wop-bop-a-loo-bop-a-lop-bam-boom" gibt im Oktober bekannt, daß er künftig nur noch als Prediger auftreten wird.

In Europa stellen die Briten mit Tommy Steele ihren ersten eigenen Rock'n'Roller vor und der englische Banjospieler Lonnie Donegan löst mit seinem Hit Gambling Man den Skiffle-Boom aus. Der 30-Jährige Bill Haley dagegen bekommt auf der Insel kein Bein auf den Boden, er ist den Briten zu laut und zu teuer.

In Deutschland beherrscht Konrad Adenauer die Politik, Caterina Valente, Freddy Quinn und Vico Toriani die Hitparaden. Und Harry Belafonte, der Exot aus Übersee: Sein Banana Boat steht 14 Wochen an der Spitze der hiesigen Hitparaden. Weil's Dääääää- Ohhhhhh auch für deutsche Zungen so herrlich mitzugröhlen ist.

 
 
 
 

 
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© 2000-2009 Wim 

Seite zum letzten Mal aktualisiert am: 08. Juni 2009

     

 

 


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